Kindheit, Jugend und Studium

1749
Johann Wolfgang Goethe wird am 28. August in Frankfurt am Main geboren. Mutter Catharina Elisabeth stammt aus der Juristenfamilie Textor, die ebenfalls in Frankfurt ansässig ist. Sein Vater Johann Caspar ist der Sohn eines vermögenden Modeschneiders und unterrichtet Goethe später in Eigenregie. Der als streng geltende Jurist und Privatier besitzt über 2.000 Buchbände und sammelt Kunstwerke und Naturalien, darunter auch italienische Stiche. Goethes Italien-Faszination lässt sich auch darauf zurückführen.
Goethe hat fünf Geschwister, doch nur Schwester Cornelia und er überleben das Kindesalter. Cornelia stirbt mit 26 Jahren als Ehefrau des Juristen Johann Georg Schlosser. Goethes Familie ist fromm und praktiziert den christlichen Glauben.

1756 – 1763
Siebenjähriger Krieg: Frankfurt wird von den Franzosen besetzt, der ranghöchste Offizier wird in Goethes Elternhaus einquartiert. Daher hat Goethe sein Faible für den Typus des gebildeten Offiziers.



 

1765 – 1767
Goethe studiert auf Wunsch des Vaters Jura in Leipzig, damals “Klein Paris” genannt. Er trifft Adam Friedrich Oeser, Maler und Leiter der “Zeichnung- Malerey- und Architectur-Academie”, bei dem er Zeichenunterricht nimmt und über den er die Schriften Johann Joachim Winckelmanns kennen lernt, die Goethes Ästhetik stark beeinflussen.

1767
Erste große Veröffentlichung: “Annette” mit 19 Gedichten über die damals 19-jährige Anna Katharina Schönkopf (“Käthchen”) mit der er 2 Jahre bis 1768 zusammen war. In einer psychischen sowie gesundheitlichen Krise verbrennt Goethe einen Großteil seiner bisherigen Dichtungen, weil er an seinem dichterischen Talent zweifelt.

1767/1768
“Die Laune des Verliebten”, ein Schäferspiel in Versen, entsteht.

1768
Im Juli erleidet Goethe einen Blutsturz und eine Lungenaffektion. An seinem 19. Geburtstag verlässt Goethe Leipzig und kehrt nach Frankfurt zurück, im Dezember wird Goethe sterbenskrank aufgrund seiner in Leipzig ausgebrochenen Krankheit. Er vertieft sich in die Religion (auch alchemistische Schriften).
Zeitgleich entstehen das erste seiner Mondgedichte namens “An den Mond” (später: “An Luna”) sowie sein erstes Lustspiel “Die Mitschuldigen”.

1770
Goethe setzt Anfang April sein Jura-Studium in Straßbourg fort und erhält den dem Doktortitel fast ebenbürtigen Grad des Licentiatus Juris. Weil er in seiner Doktorarbeit ketzerische Aussagen getroffen haben soll, bleibt ihm der echte Doktortitel versagt.
Im September lernt er Johann Gottfried Herder – Kunst- und Literaturtheoretiker – kennen, der ihn stark beeinflusst.
Im Herbst lernt Goethe im Elsaß in Sesenheim Friederike kennen, die Tochter des Landgeistlichen Brion, und verliebt sich in sie. Er verfasst die Sesenheimer Lieder.


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